Brassica oleracea convar. acephala var. sabellica
Halbzwerg-Grünkohl, Krauskohl, Blätterkohl, nicht kopfender Grünkohl: Er ist die ursprüngliche Form, die dem Wildkohl am nächsten steht und aus der alle anderen hervorgegangen sind. Seine nützlichste Besonderheit für Gärtner: Kälte macht ihn besser. Nach den ersten Frösten wandelt die Pflanze ihre Stärke in Zucker um, und die Blätter verlieren ihre Bitterkeit.
Eigenschaften:
-
Nach den Frösten am besten: Die Kälte mildert seine Blätter deutlich – ein echtes Wintergemüse.
-
Kompakter Wuchs: Die Halbzwergform wird kaum höher als 50 cm und eignet sich ideal für Kübel oder kleine Gemüsegärten.
-
Blattweise Ernte: Man erntet nach Bedarf den ganzen Herbst und Winter über.
-
Sehr robust: Er hält ohne Schutz durch, wo die meisten Gemüse bereits verschwunden sind.
Aussaat-Tipps:
-
Standort: Volle Sonne oder Halbschatten.
-
Boden: Nährstoffreich, frisch, tiefgründig und gut durchlässig. Wie alle Kohlarten ist er nährstoffhungrig: Eine Gabe gut verrotteten Komposts tut ihm gut. Wichtig: Bauen Sie ihn nicht dort an, wo in den vergangenen drei Jahren eine andere Kreuzblütlerart gewachsen ist, da die Kohlhernie auftreten kann.
-
Methode: Keine Stratifikation erforderlich. Säen Sie von März bis Juni direkt ins Freiland oder in Töpfe zum späteren Auspflanzen, 1 cm tief. Siehe wie man Samen aussät.
Pflanz-Tipps:
- Pflanzen Sie die Setzlinge mit einem Abstand von 40 cm in alle Richtungen aus. Setzen Sie die Pflanzen bis zu den ersten Blättern in die Erde, damit sie besser anwurzeln.
Pflegetipps:
- Regelmäßig, aber maßvoll gießen. Ein direkt nach der Pflanzung angebrachtes Insektenschutznetz hält Kohlweißlinge und Erdflöhe ohne jegliche Behandlung fern.
- Schneiden Sie ihn niemals vollständig zurück: Er wird beerntet, nicht abgeschnitten.
Ernte-Tipps:
- Bereits zwei Monate nach der Aussaat können Sie die äußeren Blätter einzeln pflücken. Lassen Sie dabei stets die zentrale Knospe unversehrt: So wird die Pflanze noch monatelang weiterproduzieren.
- Warten Sie für die Haupternte möglichst die ersten Fröste ab: Der Geschmacksunterschied ist deutlich.
Günstige Pflanzgemeinschaften:
Bedeutung für die Biodiversität:
- Seine winterliche Präsenz im Gemüsegarten sorgt für eine Pflanzendecke, wo der Boden sonst unbedeckt wäre, schützt ihn und bietet Kleinstlebewesen Schutz.
- Wenn man ihn im zweiten Jahr blühen lässt, bildet er gelbe, sehr nektarreiche Blütentrauben, die im zeitigen Frühjahr besonders wertvoll sind.
Verwendung:
- Roh im Salat (massieren Sie die Blätter mit etwas Öl, damit sie zarter werden), sautiert, in Suppen oder als Chips aus dem Ofen. Entfernen Sie stets die zentrale Blattrippe, da sie zu zäh ist.
Symbolik:
Grünkohl steht für Widerstandsfähigkeit und Großzügigkeit: Er wächst unter schwierigen Bedingungen und ernährt noch, wenn im restlichen Gemüsegarten längst Ruhe eingekehrt ist.
Eigenes Saatgut gewinnen:
Als zweijährige Pflanze trägt er im ersten Jahr Blätter und schießt im zweiten Jahr in Samen. Lassen Sie eine Pflanze blühen und ernten Sie anschließend die braunen, trockenen Schoten. Achtung: Brassica oleracea kreuzen sich sehr leicht untereinander – isolieren Sie Ihre Samenträgerpflanze. Siehe Saatgut aufbewahren.
Unser Qualitätsversprechen: Bei SemiSauvage - Permaculture bauen wir unser Saatgut an und wählen es aus, wobei der Respekt vor allem Lebendigen unser Leitgedanke ist. In der Nähe der Vulkane der Auvergne ansässig, wählen wir samenfeste, nicht hybride Sorten aus, die auf ihre Keimfähigkeit geprüft, sorgfältig sortiert und ohne chemische Behandlung verpackt werden. Unsere Überzeugung: Gärtnern wieder die Möglichkeit zu geben, Jahr für Jahr eigenes Saatgut auszusäen – Saatgut, das wirklich ihnen gehört.
Das Gemüse, das Sie ernährt, wenn der Gemüsegarten schläft.