Parthenocissus quinquefolia
Jungfernrebe mit fünf Blättchen, Virginia-Jungfernrebe: Sie stammt aus Nordamerika und klettert dank winziger Haftscheiben an den Enden ihrer Ranken ganz ohne Rankhilfe empor – ein derart wirksamer Mechanismus, dass er die Forschung an industriellen Klebstoffen inspiriert hat. Ihr Gattungsname bedeutet im Griechischen übrigens „Jungfern-Efeu“, obwohl sie mit Efeu nichts gemein hat.
Eigenschaften:
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Spektakuläres Laub: Im Sommer dichtgrün, leuchtet es im Herbst scharlachrot bis purpurrot auf – eines der schönsten Schauspiele im Garten.
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Schnelles Wachstum: Sie bedeckt schnell Fassaden, Mauern und Rankgitter und erreicht dabei mehr als 10 Meter.
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Oberflächliche Haftung: Ihre Haftscheiben kleben am Untergrund, ohne jemals in ihn einzudringen – das ist der entscheidende Unterschied zum Efeu.
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Sehr winterhart: Sobald sie etabliert ist, kommt sie praktisch ohne Bewässerung und Pflege aus.
Jungfernrebe und Fassaden: der Unterschied zum Efeu
- Im Gegensatz zum Efeu, der sich mit echten Haftwurzeln festhält, die in Mörtelfugen eindringen und diese mit der Zeit auseinanderdrücken, haftet die Jungfernrebe mit einfachen Haftscheiben an der Oberfläche. Sie dringt weder in Fugen noch in Putz oder Stein ein. Auf gesundem Mauerwerk verursacht sie keine strukturellen Schäden.
- Die einzige sinnvolle Vorsichtsmaßnahme betrifft bereits brüchige Untergründe: Auf abblätterndem oder schlecht haftendem Putz kann der Zug der Haftscheiben schließlich Platten lösen – wie es jede schwere Kletterpflanze tun würde. An einer intakten Mauer gibt es keinerlei Probleme.
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So entfernen Sie sie sauber: Reißen Sie sie niemals von Hand ab, da dies Spuren hinterlassen würde. Schneiden Sie die Triebe an der Basis ab, lassen Sie sie mehrere Wochen an der Mauer trocknen und bürsten Sie anschließend die abgestorbenen Haftscheiben mit einer harten Bürste ab. Der Putz bleibt intakt.
Vorsichtsmaßnahmen:
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Die blauschwarzen Beeren sind nicht essbar: Obwohl die Pflanze zur selben Familie wie die Weinrebe gehört, enthalten ihre Früchte Oxalatkristalle und verursachen Verdauungsbeschwerden. Halten Sie sie von kleinen Kindern fern.
- Ihr kräftiger Wuchs erfordert eine Kontrolle in der Höhe: Lassen Sie sie weder in die Dachrinnen wachsen noch unter die Dachziegel gelangen, wo ihre Triebe die Dacheindeckung anheben können.
Aussaat-Tipps:
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Standort: sonnig bis halbschattig – je heller der Standort, desto intensiver die Herbstfärbung.
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Boden: wirklich jeder Bodentyp, auch magere oder kalkhaltige Böden, sofern sie gut drainiert sind. Sie gehört zu den anspruchslosesten Kletterpflanzen überhaupt. Ein gewöhnlicher Gartenboden reicht völlig aus.
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Methode: Eine Kaltstratifikation von 2 bis 3 Monaten ist erforderlich, um die Keimruhe zu beenden. Anschließend im März-April in Töpfe oder direkt an Ort und Stelle in gut drainierten Boden säen.
Pflanztipps:
- Pflanzen Sie sie am Fuß des zu begrünenden Untergrunds, etwa 30 cm von der Mauer entfernt, damit die Wurzeln ausreichend Platz haben. Führen Sie die ersten Triebe, danach kommt sie allein zurecht.
- Wenn Sie nichts an der Mauer befestigen möchten, spannen Sie einige Zentimeter vor der Fassade Edelstahlseile: Daran entwickelt sie sich ebenso gut und lässt die Mauer weiter atmen.
Pflegetipps:
- Gießen Sie im ersten Jahr; danach ist das Gießen im Freiland überflüssig.
- Schneiden Sie sie jeden Winter zurück, um ihre Ausbreitung einzudämmen und sie von Fenstern, Türen und Dächern fernzuhalten.
Vorteilhafte Kombinationen:
- Auf großen Flächen ergänzt sie sich gut mit anderen kräftig wachsenden Kletterpflanzen, etwa mit Hopfen, dessen sommergrünes Laub im Winter zur gleichen Zeit Licht freigibt. An ihrem Fuß profitieren Stauden für lichten Schatten von der von ihr geschaffenen Kühle.
Bedeutung für die Biodiversität:
- Ihr dichtes Laub an einer Mauer bietet Vögeln einen begehrten Unterschlupf und Nistplatz sowie zahlreichen Insekten ein Winterquartier.
- Ihre für uns giftigen Beeren sind im Herbst dagegen eine beliebte Nahrung für Amseln und Drosseln.
- Ihre unscheinbare Blüte ist überraschend nektarreich und wird im Juli von Bienen umschwärmt.
Verwendung:
- Zur Begrünung von Fassaden, Mauern, Rankgittern, Pergolen und Zäunen. Ihr dichtes Laub kühlt nach Süden ausgerichtete Mauern im Sommer spürbar, während ihr sommergrüner Charakter ab dem Herbst wieder Sonne an die Fassade lässt – ein Sonnenschutz, der sich ganz von selbst an die Jahreszeiten anpasst.
Eigene Samen ernten:
Ernten Sie im Herbst die vollreifen Beeren – mit Handschuhen –, zerdrücken Sie sie in etwas Wasser und spülen Sie sie ab, um die Samen vom Fruchtfleisch zu trennen. Trocknen Sie sie vor der winterlichen Stratifikation. Siehe Samen aufbewahren.
Unser Qualitätsversprechen: Bei SemiSauvage - Permaculture bauen wir unsere Samen an und wählen sie mit dem Respekt vor dem Leben als Leitgedanken aus. In der Nähe der Vulkane der Auvergne wählen wir samenfeste, nicht hybride Sorten aus, die auf ihre Keimfähigkeit geprüft, sorgfältig sortiert und ohne jegliche chemische Behandlung verpackt werden. Unsere Überzeugung: Gärtnerinnen und Gärtner sollen wieder in die Lage versetzt werden, Jahr für Jahr Samen auszusäen, die wirklich ihnen gehören.
Eine scharlachrote Herbstmauer – ohne die Nachteile des Efeus.