Cichorium intybus var. foliosum
Halbfrühe Endivie, Chicorée witloof, Chicorée: Sie ist wahrscheinlich das einzige Gemüse, das aus einem Vergessen heraus entstanden ist. Um 1850 ließ ein belgischer Bauer Chicorée-Wurzeln in seinem Keller liegen. Bei seiner Rückkehr hatten sie zarte, weiße Knospen gebildet. Die Endivie kommt in der Natur nicht vor – der Gärtner bringt sie in zwei Schritten hervor.
Eigenschaften:
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Zweistufiger Anbau: Eine Saison im Gemüsebeet, damit sich die Wurzel bildet, anschließend das Treiben im Dunkeln, bei dem der Chicorée entsteht.
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Winterernte: Sie wächst zu einer Zeit, in der das Gemüsebeet kaum noch etwas hervorbringt.
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Bitter und knackig: Eine deutliche Bitterkeit, die beim Garen milder wird.
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Anspruchsvoller, aber sehr lohnender Anbau mit einer üppigen Ernte.
Aussaat-Tipps:
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Standort: sonnig.
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Boden: tiefgründig, locker, frisch und steinfrei – die Wurzel muss 20 bis 25 cm gerade nach unten wachsen können. Besonders wichtig: Bringen Sie keinesfalls frischen Mist oder nährstoffreichen Kompost aus. Ein zu nährstoffreicher Boden führt zu dicken, hohlen Wurzeln, die sich schlecht treiben lassen. Die Endivie gedeiht besser in magerem Boden.
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Methode: Säen Sie von Mai bis Juni direkt an Ort und Stelle 1 cm tief in Reihen mit 30 cm Abstand. Eine zu frühe Aussaat lässt die Pflanzen in Blüte schießen. Siehe So säen Sie Ihre Samen aus.
Pflegetipps:
- Vereinzeln Sie auf 10 cm Abstand. Gießen Sie mäßig: Ziel ist eine feste Wurzel von der Größe einer Karotte, kein üppiges Blattwerk.
- Hacken Sie während der gesamten Saison regelmäßig.
Tipps zur Ernte und zum Treiben:
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Schritt 1 – Ausgraben: Graben Sie die Wurzeln im Oktober oder November nach den ersten leichten Frösten aus und schneiden Sie das Laub 2 cm über dem Wurzelhals ab, ohne das Herz zu verletzen. Lassen Sie sie einige Tage abtrocknen.
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Schritt 2 – Treiben: Setzen Sie die Wurzeln dicht und senkrecht in eine Kiste mit Sand oder feuchter Blumenerde. Stellen Sie sie in völlige Dunkelheit bei etwa 15 °C (Keller, Garage oder unter einem umgedrehten Eimer). Schon das kleinste bisschen Licht lässt die Blätter grün werden und sehr bitter schmecken.
- Rechnen Sie mit 3 bis 5 Wochen. Ernten Sie den Chicorée, indem Sie ihn am Wurzelansatz abtrennen – die Wurzel kann häufig noch einen zweiten, kleineren Chicorée hervorbringen.
Günstige Kombinationen:
- Sie eignet sich gut für ein Beet nach einer Hülsenfrucht, die den Boden locker und ohne Stickstoffüberschuss hinterlassen hat. Pflanzen Sie sie in die Nähe der Wilden Chicorée, von der sie direkt abstammt. Siehe Mischkultur im Gemüsebeet.
Bedeutung für die Biodiversität:
- Lassen Sie im zweiten Jahr eine Pflanze blühen: Ihre blauen Blüten, wie die der Wilden Chicorée, gehören zu den am häufigsten von Wildbienen und Schwebfliegen besuchten Blüten.
- Ihre lange Pfahlwurzel lockert den Boden tiefgründig für die nachfolgenden Kulturen.
Verwendung:
- Roh im Salat mit Walnüssen und Blauschimmelkäse, in Butter geschmort, mit Schinken überbacken oder karamellisiert als Tarte Tatin. Tipp: Entfernen Sie den kleinen harten Kegel an der Basis – dort konzentriert sich die Bitterkeit.
Eigenes Saatgut gewinnen:
Pflanzen Sie im Frühjahr eine nicht verzehrte, getriebene Wurzel wieder ein: Sie bildet blaue Blüten und anschließend im Sommer Samen. Ernten Sie die trockenen Blütenköpfe. Achtung: Sie kann sich mit Chicorée und Endivien kreuzen – isolieren Sie Ihre Samenträgerpflanze. Siehe Saatgut aufbewahren.
Unser Engagement für Qualität: Bei SemiSauvage - Permaculture bauen wir unsere Samen an und wählen sie aus, wobei der respektvolle Umgang mit allem Lebendigen unser Leitgedanke ist. In der Nähe der Vulkane der Auvergne ansässig, wählen wir samenfeste, nicht hybride Sorten aus, die auf ihre Keimfähigkeit geprüft, sorgfältig sortiert und ohne chemische Behandlung verpackt werden. Unsere Überzeugung: Gärtnern wieder die Fähigkeit zu geben, Jahr für Jahr eigenes Saatgut auszusäen – Saatgut, das ihnen wirklich gehört.
Das Gemüse, das man mitten im Winter selbst hervorbringt.