Armoracia rusticana
Feldmeerrettich, Bretagne-Meerrettich, Deutscher Senf, Pferderettich: Nicht mit dem japanischen Wasabi (Eutrema japonicum) verwechseln, einer völlig anderen Art. Feldmeerrettich ist eine robuste Sorte aus Mitteleuropa, deren geriebene Wurzel eine blitzartig scharfe Würze freisetzt — sie steigt eher in die Nase, als dass sie im Mund brennt, und verfliegt ebenso schnell, wie sie gekommen ist.
Eigenschaften:
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Dicke, fleischige Wurzel: Sie wird gerieben, ist weiß und von intensiver Schärfe.
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Große Blätter: Stattlicher Wuchs, bis zu 1 Meter Höhe und ebenso viel Ausbreitung.
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Unverwüstliche Staude: Einmal etabliert, treibt sie jedes Jahr ohne jegliche Pflege wieder aus.
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Sehr winterhart: Sie übersteht selbst die strengsten Winter ohne Schutz.
Vorsichtsmaßnahmen:
- Die frisch geriebene Wurzel setzt sehr reizende Dämpfe für Augen und Atemwege frei, die noch stärker sind als bei Zwiebeln: Reiben Sie sie an einem gut belüfteten Ort oder sogar im Freien.
- Ihr tiefes Wurzelsystem macht sie nahezu unmöglich auszurotten: Das kleinste im Boden verbliebene Wurzelstück treibt wieder aus. Wählen Sie ihren Standort daher endgültig oder kultivieren Sie sie in einem Pflanzgefäß.
Aussaat-Tipps:
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Standort: sonnig bis halbschattig.
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Boden: tiefgründig, locker, frisch und eher nährstoffreich. Besonders wichtig, wenn Sie die Wurzel ernten möchten: Sie wächst sehr tief, bearbeiten Sie den Boden daher gründlich und tief. Ein steiniger oder verdichteter Boden führt zu verzweigten Wurzeln, die sich nur schwer ausgraben lassen. Allerdings verträgt die Pflanze so ziemlich alles.
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Methode: Säen Sie im Frühjahr oder Herbst. Die Samen benötigen eine Kaltstratifikation, um ihre Keimruhe zu überwinden: Bei einer Herbstaussaat erledigt der Winter diese Arbeit ganz natürlich.
Pflanz-Tipps:
- Planen Sie ausreichend Platz und einen endgültigen Standort ein, etwa am Rand des Gemüsegartens oder in einem eigens dafür vorgesehenen Bereich. Ein großes, eingegrabenes Pflanzgefäß kann ihre Ausbreitung eindämmen.
Pflege-Tipps:
- Keine. Sie ist eine der robustesten Pflanzen im Gemüsegarten. Entfernen Sie lediglich die Blütenstände, damit die Kraft in die Wurzel fließt.
Ernte-Tipps:
- Ernten Sie die Wurzeln im Herbst nach den ersten Frösten, die ihre Schärfe verstärken, und graben Sie dabei tief. Bewahren Sie sie kühl in Sand auf.
- Tipp: Die Schärfe entwickelt sich erst, wenn die Wurzel gerieben wird, niemals vorher. Reiben Sie sie daher erst kurz vor dem Verzehr und geben Sie einen Schuss Essig hinzu, um das Aroma zu bewahren.
Günstige Kombinationen:
- Traditionell wird er am Rand von Kartoffelbeeten gepflanzt, wo sein schwefelartiger Geruch angeblich bestimmte Schädlinge irritiert. Siehe Mischkultur im Gemüsegarten.
Nutzen für die Biodiversität:
- Seine weißen Blütentrauben werden im Frühjahr stark von Bienen und Schwebfliegen besucht, wenn man ihn blühen lässt.
- Wie alle Kreuzblütler ist er eine Wirtspflanze für Schmetterlingsraupen.
- Seine riesigen Blätter bedecken den Boden und bieten Laufkäfern sowie Nützlingen direkt am Boden Schutz.
Verwendung:
- Geriebene Wurzel als Würzmittel, pur oder in einer cremigen Sauce, zu gekochtem Fleisch, Räucherfisch und Wurstwaren — ein unverzichtbarer Bestandteil der Küchen Mittel- und Nordeuropas. Auch die jungen Frühlingsblätter können fein geschnitten im Salat verzehrt werden.
- Traditionelle Heilpflanze. Siehe unsere Heilpflanzen zur Aussaat.
Eigenes Saatgut gewinnen:
Am einfachsten ist die vegetative Vermehrung: Bewahren Sie bei der Ernte ein etwa bleistiftdickes Wurzelstück auf und pflanzen Sie es wieder ein; daraus entwickelt sich eine vollständige Pflanze. Siehe Saatgut aufbewahren.
Unser Qualitätsversprechen: Bei SemiSauvage - Permaculture bauen wir unser Saatgut an und wählen es aus, wobei der Respekt vor dem Leben unser Leitgedanke ist. In der Nähe der Vulkane der Auvergne wählen wir samenfeste, nicht hybride Sorten aus, die auf ihre Keimfähigkeit geprüft, sorgfältig sortiert und verpackt werden — ganz ohne chemische Behandlung. Unsere Überzeugung: Gärtnerinnen und Gärtner sollen wieder in die Lage versetzt werden, Jahr für Jahr Saatgut auszusäen, das wirklich ihnen gehört.
Ein kräftiges Würzmittel und eine unverwüstliche Pflanze, die man ein für alle Mal pflanzt.