Urtica dioica
Brennnessel, Große Brennnessel, Zweihäusige Brennnessel, Feuernessel: Die unbeliebte Pflanze im Garten ist in Wirklichkeit eine seiner nützlichsten Pflanzen. Ihre Brennhaare sind winzige Siliziumdioxid-Röhrchen, die bei Berührung abbrechen – ein bemerkenswerter Abwehrmechanismus, der weder verhindert, dass man sie kocht, noch dass man daraus den besten kostenlosen Dünger für den Gemüsegarten herstellt.
Eigenschaften:
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Robuste Staude: Die krautige Pflanze aus Eurasien bildet durch ihre Rhizome langlebige Bestände.
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Dreifache Nutzung: Gemüse, Flüssigdünger und Rückzugsort für die biologische Vielfalt.
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Stickstoffreich: Ihre Brennnesseljauche ist ein unter Gärtnern anerkannter natürlicher Dünger.
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Sehr pflegeleicht: Sie wächst von allein – man muss ihr nur einen Platz geben.
Vorsichtsmaßnahmen:
- Ihre Brennhaare verursachen bei Berührung Juckreiz: Tragen Sie bei der Ernte und beim Umgang mit der Pflanze Handschuhe und lange Ärmel.
- Kochen, Trocknen oder einfaches Überrollen mit einem Nudelholz zerstören die Brennwirkung vollständig – gekocht brennt sie überhaupt nicht mehr.
- Sie ist ausbreitungsfreudig: Ihre Rhizome breiten sich schnell aus. Reservieren Sie ihr lieber einen abgegrenzten Bereich, statt sie mitten zwischen den Kulturen anzupflanzen.
Aussaat-Tipps:
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Standort: Halbschatten bis sonnig.
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Boden: reich an organischer Substanz, tiefgründig, frisch und gut durchlässig. Die Brennnessel ist eine stickstoffliebende Pflanze: Sie bevorzugt stickstoffreiche Böden. Das erklärt, warum sie spontan in der Nähe von Komposthaufen und altem Mist wächst. Ihr spontanes Auftreten ist außerdem ein guter Hinweis auf die Fruchtbarkeit des Bodens.
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Methode: Säen Sie im Frühjahr oberflächlich oder nur ganz leicht bedeckt aus, denn ihre winzigen Samen benötigen Licht. Halten Sie die Erde bis zum Auflaufen feucht. Sie lässt sich sowohl im Freiland als auch im Pflanzgefäß kultivieren, wodurch sie sich leichter eindämmen lässt. Siehe wie man Samen aussät.
Pflegetipps:
- Keine, abgesehen vom Eindämmen. Gießen Sie in Trockenperioden, wenn Sie regelmäßig zarte Blätter ernten möchten.
- Schneiden Sie den Horst nach jeder Ernte zurück: Dann treibt er mit zarteren jungen Trieben erneut aus.
Ernte-Tipps:
- Ernten Sie im Frühjahr und nach jedem Rückschnitt die jungen Triebspitzen, also die ersten vier bis sechs Blätter. Vermeiden Sie ältere Blätter und Pflanzen, die Samen angesetzt haben, da diese faseriger sind.
- Für Brennnesseljauche: Lassen Sie 1 kg frische Blätter ein bis zwei Wochen lang in 10 Litern Wasser vergären und rühren Sie täglich um. Anschließend filtern. Auf 10 % verdünnt wird sie zum Gießen direkt an den Fuß nährstoffbedürftiger Pflanzen verwendet.
Günstige Kombinationen:
Bedeutung für die biologische Vielfalt:
- Sie ist die ausschließliche Wirtspflanze für die Raupen mehrerer unserer schönsten Schmetterlinge: Tagpfauenauge, Admiral, Kleiner Fuchs und Landkärtchen. Ohne Brennnesseln gibt es diese Schmetterlinge nicht – ein Brennnesselbestand am hinteren Ende des Gartens ist die wirksamste Maßnahme, die wir für sie ergreifen können.
- Sie beherbergt außerdem spezialisierte Blattläuse und damit auch Marienkäfer und dient im Frühjahr als Reservoir für Nützlinge.
Verwendung:
- Junge Blätter gekocht wie Spinat, in Suppe, Quiche, Pesto oder Gnocchi – durch das Kochen verschwindet die Brennwirkung vollständig. Als düngende Brennnesseljauche im Gemüsegarten.
- Traditionelle Heilpflanze, eingetragen im französischen Arzneibuch. Siehe unsere auszusäenden Heilpflanzen.
Eigene Samen ernten:
Da die Brennnessel zweihäusig ist, benötigt man männliche und weibliche Pflanzen, um Samen zu erhalten. Lassen Sie die herabhängenden Blütenstände der weiblichen Pflanzen braun werden und schütteln Sie sie anschließend über einem Gefäß aus – mit Handschuhen. Siehe eigene Samen aufbewahren.
Unser Engagement für Qualität: Bei SemiSauvage - Permaculture bauen wir unsere Samen an und wählen sie aus, wobei der Respekt vor dem Leben unser Leitgedanke ist. In der Nähe der Vulkane der Auvergne ansässig, wählen wir samenfeste, nicht hybride Sorten aus, testen ihre Keimfähigkeit, sortieren und verpacken sie sorgfältig und behandeln sie in keiner Weise chemisch. Unsere Überzeugung: Gärtnerinnen und Gärtner sollen wieder in die Lage versetzt werden, Jahr für Jahr Samen auszusäen, die wirklich ihnen gehören.
Die unbeliebte Pflanze, die Ihre Pflanzen, Schmetterlinge und Suppen nährt.