Ruta graveolens
Stinkraute, Gnadenkraut, Hexenkraut: Nur wenige Pflanzen haben einen derart belasteten Ruf. Im Mittelalter hängte man sie an Türen, um böse Geister ebenso wie Insekten fernzuhalten, und ihre bläulichen Blätter mit dem kräftigen Duft aromatisierten Salate und Saucen. Heute ist sie vor allem eine wunderschöne, ausdauernde Steingartenpflanze mit ganzjährig immergrünem, äußerst markantem Laub.
Eigenschaften:
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Bemerkenswertes Laub: fein geteilt, von einem ganz besonderen graugrünen Blau und das ganze Jahr über immergrün.
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Robuste Staude: Sie passt sich allen Böden an und verträgt Trockenheit bemerkenswert gut, sobald sie eingewachsen ist.
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Gelbe Blüte: kleine grünlich-gelbe Blüten in Dolden im Sommer.
Vorsichtsmaßnahmen:
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Handhabung: Der Saft der Weinraute wirkt stark photosensibilisierend. Bei Hautkontakt und anschließender Sonneneinstrahlung kann er schwere Verbrennungen und Blasen (Phytophotodermatitis) verursachen, mitunter erst mehrere Stunden später. Tragen Sie beim Schneiden oder Ernten unbedingt Handschuhe und lange Ärmel, vorzugsweise bei bedecktem Himmel, und waschen Sie sich anschließend gründlich die Hände.
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Verzehr: Alle Pflanzenteile sind in nicht kontrollierter Dosierung giftig. Die historische Verwendung als Lebensmittel bezog sich auf winzige Mengen. Verzehren Sie sie nicht und halten Sie sie von Kindern und Haustieren fern.
- Vermeiden Sie einen Standort am Rand von Wegen oder Durchgängen, an denen man sie bei Sonnenschein streifen könnte.
Aussaat-Tipps:
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Standort: volle Sonne an einem warmen, offenen Platz.
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Boden: arm, trocken, steinig oder kalkhaltig, vor allem aber sehr gut durchlässig. Sie gedeiht dort, wo nur wenige Pflanzen bestehen, und fürchtet vor allem stehende Winternässe. Verbessern Sie den Boden nicht: Ein magerer Boden fördert ihren kompakten Wuchs und ihren Duft.
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Methode: Die Samen benötigen eine Kaltstratifikation, damit sie gut keimen. Säen Sie sie anschließend im Frühjahr geschützt in Töpfe aus, oberflächlich, da sie zum Keimen Licht benötigen, und pflanzen Sie sie später um.
Pflanz-Tipps:
- Pflanzen Sie sie in einen Steingarten, an einen Böschungsstandort oder an einen trockenen Beetrand und halten Sie einen Abstand von 40 cm zwischen den Pflanzen ein. Sie eignet sich hervorragend für Töpfe, um ihren Standort gezielt zu bestimmen.
Pflegetipps:
- Nach dem Einwachsen ist kein Gießen erforderlich. Schneiden Sie sie am Ende des Winters leicht zurück, damit sie kompakt bleibt – mit Handschuhen und bei bedecktem Himmel.
Günstige Kombinationen:
Nutzen für die Artenvielfalt:
- Sie ist die Wirtspflanze des Schwalbenschwanzes, eines unserer größten und schönsten Schmetterlinge: Seine grün-schwarz gestreiften Raupen ernähren sich ausschließlich von ihr und einigen anderen Doldenblütlern. Wer sie aussät, bietet dieser charakteristischen Art eine Kinderstube.
- Ihre sommerlichen gelben Blüten ziehen kleine Bienen und Schwebfliegen an.
Symbolik:
Die als „Gnadenkraut“ bezeichnete Raute war im Mittelalter ein Symbol für Reue und Schutz und wurde bei Segnungsritualen verwendet. Shakespeare erwähnt sie in Hamlet als Kraut der Erinnerung und des Bedauerns.
Eigene Samen ernten:
Lassen Sie die Kapseln an der Pflanze braun werden und sich sternförmig öffnen, und schütteln Sie sie anschließend über einem Behälter aus – mit Handschuhen. Siehe eigene Samen aufbewahren.
Unser Qualitätsversprechen: Bei SemiSauvage - Permaculture bauen und selektieren wir unsere Samen mit dem Respekt vor allem Lebendigen als Leitgedanken an. In der Nähe der Vulkane der Auvergne wählen wir samenfeste, nicht hybride Sorten aus, prüfen sie auf ihre Keimfähigkeit, sortieren und verpacken sie sorgfältig – ganz ohne chemische Behandlung. Unsere Überzeugung: Gärtnerinnen und Gärtner sollen wieder in die Lage versetzt werden, Jahr für Jahr Samen auszusäen, die wirklich ihnen gehören.
Eine charaktervolle Pflanze mit einzigartigem bläulichem Laub, die an einem trockenen und sonnigen Platz im Garten ihren Standort finden sollte.